Hafenlieger

Die Geschichte des Hamburger Liegers ist eng verknüpft mit der Geschichte des Güterverkehrs und Warenumschlags über die Elbe, Fleete und Kanäle.

Vor dem Siegeszug des Containers war viele Jahrhunderte lang sogenanntes "Stückgut" selbstverständlich: Waren in Ballen, Kisten, Fässern, Säcken oder Paletten die mit Dampf- und elektrischen Kränen, Sack- und Schubkarren und zum großen Teil per Hand gelöscht werden mussten. Tausende Hafenarbeiter arbeiteten bis in die 1960er Jahre als "Schauerleute" um die großen Schiffe im schiffbaren Strom der Elbe zu entladen. Deren Fracht wurde dann durch die Ewerführer in flachen offenen Lastkähnen, den Ewern oder Schuten, durch die kleineren Fleete, Flussarme und Kanäle zu den Speicherarbeitern, für den weiteren Umschlag gebracht.

 

Der Ewerführer, ist mit seinem Boot permanent vor Ort um das Löschen der Ladung zu delegieren und gegenüber den Tallymännern die Vollständigkeit der Ladung bestätigen zu können. Der Lieger ist dabei als "Ewerführerei" - Werkstatt, Büro und Mannschaftsraum gerade dort wo er im Hafen gebraucht wird. Wie ein Bauwagen auf einer Baustelle. Externe und auch öffentlich zugängliche Hafenlieger bieten Pauseraum, Verpflegung, Kioskartikel u.v.m. auch für Schaulustige und Hafenarbeiter an.

 

Der Rumpf eines Liegers kann je nach Einsatzzweck als Ponton mit einer größeren, manchmal sogar betonierten Außenfläche und guten Anlegemöglichkeiten, ausgelegt sein, manchmal jedoch auch mit einem schutenähnlichen Rumpf (Spitzgatt), seetüchtiger und besser geeignet um direkt im Strom zu liegen.

Ein Lieger dient als Arbeitsplattform und Anlegestelle, daher verfügt er über keinen eigenen Antrieb. Da eine Ewerführerei über Schlepper, Schleppbarkassen oder Schubschiffe zum Bewegen der Kähne, Schuten und Schubverbände verfügt ist das gelegentliche Verlegen eines Liegers auch ohne eigenen Antrieb kein Problem.